16. Mai 2012
In den letzten Tagen habe ich sehr viel nachgedacht und ich habe mich schließlich für mein Kind entschieden. In zwei Wochen werde ich in einem Hotel in Stralsund als Mitarbeiterin an der Rezeption anfangen. Meinen Posten als Hoteldirektorin habe ich aufgegeben. Ich war davon nicht begeistert und es fiel mir auch schwer, doch es war die einzige Lösung, die mir in den Sinn kam. In dem Stralsunder Hotel werde ich natürlich nicht mehr so verdienen wie in Sellin, doch das stört mich nicht. Ich habe dort geregelte Arbeitszeiten und kann mich darauf verlassen, dass mich ein Kollege nach meiner Schicht ablöst. Ich werde in dem Haus den Nachtdienst übernehmen. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, da Christian zu dieser Zeit definitiv zu Hause ist. Ich kann mich dann am Nachmittag um die Kleine kümmern und starte am Abend wieder zur Arbeit. In meinen Augen ist das eine nahezu hervorragende Lösung.
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23. April 2012
Christian und ich sind uns darin einig, dass es mit unserer Arbeit so nicht weitergehen kann. Wir können Miriam einfach nicht jeden Tag pünktlich abholen und ich finde es schlimm, wenn die Kleine von früh morgens bis abends im Kindergarten ist. Ich hatte schon einmal meinen Chef darauf angesprochen, ob er mir nicht eine zweite Fachkraft an die Seite stellen kann, sodass ich meine Arbeitszeiten besser regeln kann. Ich würde dafür auch auf die Hälfte meines Einkommens verzichten. Doch er ist auf die Idee nicht eingegangen. Er hat mir erklärt, dass er nur einen Hoteldirektor möchte. Ich spiele zurzeit mit dem Gedanken meinen Beruf aufzugeben und mir etwas zu suchen, bei dem die Arbeitszeiten klarer geregelt sind. Ich denke, dass das zumindest eine Idee wäre. Christian hat mir auch angeboten, dass ich komplett zuhause bleibe. Er verdient sehr gut und das Geld würde für uns auch locker reichen, doch das möchte ich nicht.
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16. April 2012
In den letzten Wochen wurde mir klar, dass man Karriere und Kind nicht so gut miteinander verbinden kann, wie schlaue Köpfe meinen. Auch ich habe am Anfang gedacht, dass das schon geht, wenn die Kleine in den Kindergarten kommt, doch das ist nicht der Fall. Es ist ganz einfach so, dass ich das Hotel nicht pünktlich verlassen kann. Es gab schon mehrere Tage, an denen ich erst 18 Uhr auf Rügen gestartet bin. Kein Kindergarten hat so lange auf. Christian versucht dann zwar immer einzuspringen, doch er arbeitet auch auf der Insel und so kommt es immer wieder vor, dass er im Stau steht. Wir hatten schon mehrfach Stress mit der Erzieherin. Sie sieht es nicht ein, dass sie ständig nur wegen Miriam länger bleiben soll. Ich finde die Situation sehr belastend und weiß auch, dass es so nicht weitergehen kann. Immerhin leidet mein Kind sehr unter den Gegebenheiten.
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23. März 2012
Die letzten Tage lassen sich mit einem Wort sehr gut beschreiben, mit Chaos. Miriam geht seit wenigen Tagen in den Kindergarten. Sie hat sich sehr schnell an die neue Situation gewöhnt. Wenn ich sie morgens um 7 Uhr dort abliefere, hetze ich ins Hotel. Selbstverständlich arbeite ich dort wieder als Direktorin und die Arbeit macht mir auch sehr viel Spaß, doch es genau das eingetreten, was ich vermutet habe. Die Vereinbarung mit Blick auf die Halbtagsarbeit kann man eigentlich in die Tonne werfen. Es gibt keinen Tag, an dem ich um punkt 14 Uhr aus dem Haus komme. Ich müsste Miriam eigentlich spätestens um 15 Uhr aus dem Kindergarten abholen. Eigentlich wollte ich sie schon vor dem Mittagessen nach Hause holen, doch das hat gar nicht geklappt. In den letzten Tagen habe ich das Hotel nicht vor 17 Uhr verlassen können, da immer wieder Termine anstanden. Also musste Christian die Kleine abholen.
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16. März 2012
Es ist soweit, morgen wird Miriam das erste Mal in den Kindergarten gehen. Sie wird zunächst nur halbtags dort sein. Ich habe mit meinem Arbeitgeber vereinbart, dass ich den ersten Monat nur halbtags arbeiten werde. Ich möchte einfach, dass sich Miriam zunächst an den Kindergarten gewöhnen kann und dann können wir weiter sehen. Ich bin mal gespannt, wie sie sich verhält, wenn ich sie dort zurücklassen werde. Christian ist jeden Tag bei uns. Ich finde es schön, dass er jetzt für sein Kind und für mich da ist. Er hat mir angeboten, dass ich länger zuhause bleiben kann. Doch irgendwie will ich auch wieder in meinen Beruf zurückkehren. Mein Arbeitgeber war allerdings nicht davon begeistert, dass ich die ersten Wochen nur halbtags arbeiten werde und ich bin auch nicht sicher, ob ich die Arbeitszeiten auch entsprechend einhalten kann. Immerhin kenne ich den Job und ich weiß, dass das kaum möglich ist.
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21. Februar 2012
In den letzten Tagen habe ich verstanden, dass man Gefühle zwar verdrängen, sie aber auch nicht abschalten kann. Am letzten Wochenende habe ich Christian nun endlich gesagt, dass ich es gerne noch einmal mit ihm versuchen möchte. Ich habe ihm sofort angesehen, wie er sich gefreut hat. Er hat mich in den Arm genommen, mir über den Rücken gestreichelt und mir versprochen, dass er mich nicht enttäuschen wird. Einmal mehr war ich überrascht, denn so kannte ich ihn nicht. Am Abend hat er mir erzählt, dass er mich nie so abfertigen wollte, doch er hatte lange nicht den Mut die Aufgaben eines Vaters zu übernehmen. Seit einigen Tagen sind wir wieder ein Paar. Wir sind zwar noch nicht zusammengezogen, doch das soll sich ändern. Ich werde im nächsten Monat zudem wieder arbeiten gehen, sodass einige Veränderungen in meinem Alltag anstehen. Eigentlich will nicht noch gar nicht an meinen Job denken.
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16. Februar 2012
Ich habe lange nachgedacht und die Entscheidung fiel mir im Grunde auch nicht leicht, doch ich habe mich entschlossen, Christian noch eine Chance zu geben. Wenn ich sehe, wie glücklich Miriam in seiner Nähe ist und wie liebevoll er sich um die Kleine kümmert, bin ich einfach froh und ich merke auch, dass ihr Vater wichtig für sie ist. Ich habe Christian meine Entscheidung noch nicht mitgeteilt. Ich finde einfach, dass man das nicht per SMS machen sollte. Allerdings habe ich ihn zu mir eingeladen. Am nächsten Wochenende will ich ihm sagen, dass ich auch noch Gefühle für ihn habe. Wenn ich ehrlich bin, waren die auch immer vorhanden, doch er hatte mich einfach so enttäuscht als er von der Kleinen nichts wissen wollte als ich schwanger war. Sicherlich war auch ein bisschen Angst dabei, denn ich hatte ihn im Grunde gerade vergessen als er wieder zurück in mein Leben kam.
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22. Januar 2012
Obwohl nun schon einige Tage seit der besagten Nachricht vergangen sind, habe ich noch nicht darauf reagiert. Sicherlich habe ich in der Zwischenzeit wieder mit Christian telefoniert und wir haben über die Kleine gesprochen, doch die SMS war kein Thema. Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, was ich davon halten soll. Am Abend denke ich oft darüber nach und ich überlege, ob wir vielleicht wirklich so eine richtig spießige Familie werden könnten. Doch dann versuche ich mich wieder abzulenken. Eigentlich war ich von Christian enttäuscht, immerhin wollte er am Anfang nichts von Miriam wissen. Ich hatte zudem den Entschluss gefasst, dass ich die Kleine alleine groß ziehen werde und mich alleine um sie kümmern möchte. Ich weiß nicht, wie ich auf die SMS reagieren werde, doch ich merke, dass es Miriam gut tut, wenn sie mit ihrem Papa zusammen ist. Zudem kümmert er sich unheimlich liebevoll um sie.
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16. Januar 2012
Bereits mehrfach habe ich erwähnt, dass ich weiß, dass sich Christian verändert hat und dass irgendwas geschehen sein muss, das ihn zum Nachdenken bewegt. Ich habe ihn nie darauf angesprochen. Vor zwei Tagen hat er mir eine Nachricht geschickt. Ich war richtig überrascht und ich musste die SMS auch zweimal lesen, bis ich sie verstanden habe. In der SMS hat er mir erklärt, dass er mich überalles liebt und dass er gerne mit mir und der Kleinen zusammenleben würde. Ich konnte das eigentlich nicht so richtig glauben. Als ich Christian kennenlernte, war er nicht der Familienmensch. Er war ein Draufgänger und hat keine Chance unberührt gelassen, um sein Leben herauszufordern. Ich konnte nicht auf die SMS reagieren. Doch ich wusste auch, dass er es ernst meint und dass es sich hierbei nicht um einen schlechten Scherz handelt. In meinen Gedanken war ich dann jedoch bei Miriam und natürlich auch bei ihrem Vater.
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22. Dezember 2011
Miriam entwickelt sich hervorragend. Sie ist gesund und putzmunter. Es gibt kaum einen Tag, an dem sie mich nicht zum Lachen bringt. Ich finde es schön, dass sie sich so wohlfühlt. Miriam ist mittlerweile 10 Monate alt und so nähert sich nun auch die Zeit, in der ich sie im Kindergarten abliefern werde. Seit einigen Tagen krabbelt sie und macht somit die Wohnung unsicher. Auch wenn ich am Anfang nicht so richtig mit der Situation rechtgekommen bin, kann ich mir nun nicht mehr vorstellen, sie nicht mehr den ganzen Tag um mich herum zu haben. Ich weiß noch nicht, wie das alles werden soll. Sicherlich möchte ich in meinen Job als Hoteldirektorin zurückkehren und es ist mir auch wichtig, wieder arbeiten zu gehen, doch in diesem Posten habe ich keine geregelten Arbeitszeiten. Es wird immer wieder Tage geben, an denen ich sie nicht pünktlich vom Kindergarten abholen kann.
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